Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) starten ein spezielles Programm zum Erhalt der Biodiversität und haben sich als erster europäischer Forstbetrieb der Initiative "Countdown 2010" der Internationalen Union für Naturschutz angeschlossen. Um das Ziel der UN-Biodiversitätskonvention, bis 2010 den Verlust an biologischer Vielfalt deutlich zu reduzieren, in Angriff zu nehmen, haben die Bundesforste ein fünfjähriges Biodiversitäts-Programm entwickelt, das ÖBf-Vorstand Georg Erlacher gemeinsam mit Umweltminister Josef Pröll (V) in Curitiba im Rahmen der UN-Artenschutzkonferenz präsentierte.
"Die Erhaltung der biologischen Vielfalt stellt ein zentrales Element einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung dar", sagte Pröll. Die Bundesforste machen zwar Geschäfte mit der Natur, seien jedoch dazu verpflichtet, die natürlichen Ressourcen in einer ökologischen und sozial verantwortungsvollen Art und Weise zu nutzen, betonte der Minister. Es sei zu hoffen, dass das Beispiel der ÖBf noch in vielen anderen Ländern Schule mache, zeigte sich Pröll stolz.
In Form von jährlichen Schwerpunkten habe man versucht, "machbare Maßnahmen" für die Umsetzung des Biodiversitätsprogrammes zu finden, sagte Erlacher zur APA. Biologische Vielfalt umfasse ein breites Spektrum - vom Wald und den Tieren bis zu den Pflanzen und Seen. Daher haben die Bundesforste auf aktive Zusammenarbeit mit Naturschutz-NGOs, lokalen und regionalen Initiativen sowie anderen wichtigen Akteuren des privaten und öffentlichen Sektors gesetzt.
Wichtig für die Erhaltung der Artenvielfalt sei zudem die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung, was durch eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit mit Informationsbroschüren, Foldern und Führungen unterstützt werde, so Erlacher.
Zu den Umsetzungsmaßnahmen zur Unterstützung der biologischen Vielfalt in den heimischen Wäldern werden auf den ÖBf-Flächen zum Beispiel seltene Baum- und Straucharten angepflanzt und Waldränder speziell gepflegt. Zudem wurde ein Programm zur Erhaltung seltener bzw. gefährdeter Tier- und Pflanzenarten (wie etwa Eichenbockkäfer, Schwarzstorch und Fledermäuse) gestartet. Schwerpunkte wolle man auch bei der Sicherung der Funktionsfähigkeit von Seen und Bächen legen, hieß es.
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